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Hans Hjelm: The Night Electronic (Review)

Artist:

Hans Hjelm

Hans Hjelm: The Night Electronic
Album:

The Night Electronic

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive- und Art-Rock, Shoegaze, Trip Hop

Label: Kungens Ljud & Bild/Amuse
Spieldauer: 38:09
Erschienen: 29.05.2026
Website: [Link]

Schaurig klingt „The Night Electronic“ auf jeden Fall schonmal.
Aber ist es auch schaurig schön, was uns der schwedische Multiinstrumentalist HANS HJELM hier zu bieten hat?

The Night Electronic“ lebt von düsteren, stark elektronisch geprägten Klängen, deren Grundlage programmierte Drums, Drum-Loops, Synth-Bass und analoge Synthesizer sind. Hjelm legte in seinen beiden vorherigen Alben viel Wert auf breite Instrumentierung und keinen Gesang, wobei die Gitarre des Stockholmer Musikers im Mittelpunkt stand.
Nun dreht er den musikalischen Spieß einfach um und verwandelt das Album weg von seinen früheren Instrumentalwerken hin zu einem elektronisch geprägten Sound mit viel (beeindruckendem) Gesang.
Warum dieser Wandel?


Unter der bandcamp-Seite des Musikers findet man die Antwort: „Hjelms Melodien wurden stets so komponiert, als könnten sie gesungen werden, wobei er traditionelle Gitarren-Manierismen zugunsten einer menschlichen Phrasierung vermied. Auf 'The Night Electronic' finden diese Melodien nun endlich ihren Atem.“

Ein interessanter Ansatz und Erklärung für den Titel „The Night Electronic“. Die nächtlich klingenden elektronischen, Mantra-ähnlichen Sounds und Rhythmen bleiben erhalten, während an die Stelle der Gitarren der Gesang von Hildur Ottilia und Viktor Westerlund tritt.

Zum Glück verzichtet Hjelm nicht gänzlich auf die Gitarren – das Album wäre sonst in gewisser Weise zu nordisch (unter)kühl(t) und ähnlich wie das Cover mit einer Art Staubschicht, durch die man blickt, ausgefallen, weswegen gerade ein Song wie „I Feel Like Fire“ mit akustischer Gitarre und ein paar floydianischen Ansätzen regelrechte Wärme ausstrahlt.


Wenn es Freunde der „Twin Peaks“-Kultserie gibt, die dürfen sich gerne vorstellen, dass HANS HJELM mit diesem Album den Versuch unternimmt, einen weiteren Soundtrack mit Gesang dafür zu schreiben. Stimmungsmäßig gelingt ihm das – allerdings klingt die Musik ähnlich bedrückend wie die Serie. Auch scheinen DEAD CAN DANCE oder ansatzweise PORTISHEAD nie ganz abwesend zu sein und den einen oder anderen Einfluss auf „The Night Electronic“ zu hinterlassen. Hier spielen also auch der Shoegaze und Trip Hop sowie verschiedene Dub-Spielereien und vielfältige gebremste Beats eine gewichtige Rolle, die allerdings immer wieder unterstützend den weiblichen und männlichen Gesang in den Vordergrund rücken.


Fein, dass auch Jesper Skarin wieder auf „The Night Electronic“ mitmischt. Und da der Gitarrist und Schlagzeuger ja bekanntlich bei GÖSTA BERLINGS SAGA aktiv ist, dürfen alle, denen diese Band zusagt, gerne auch ein Ohr auf dieses interessante Projekt werfen. Vielleicht schaltet sich dann das zweite ähnlich interessiert und gespannt mit ein. Es lohnt sich, wenn einem nächtliche Melancholie und schaurig-schöne (Klang-)Welten mehr zusagen als flotte Mainstream-Rhythmen, denen sonnige Klänge aus jeder Schweiß-Pore triefen. Oder man drehe den letzten Song „Artnam“ (auf der CD folgen noch zwei Bonusstücke) einfach mal um – dann gibt’s einen kleinen Hinweis darauf, in welche Richtung die Musik geht: ein berauschendes „The Night Electronic“-Mantra! Und zwar vom Anfang bis zum Ende – oder von vorn bis hinten. Geheimnisvoll, hypnotisch – aber auch verstörend und bedrückend.


FAZIT: Mit „The Night Electronic“ wendet der Stockholmer Gitarrist und Multiinstrumentalist HANS HJELM das eigene Musikblatt und ersetzt die/seine Gitarre von seinen ersten beiden Instrumental-Alben größtenteils durch die beeindruckenden Stimmen von Hildur Ottilia und Viktor Westerlund (also statt Gitarren-Saiten kommen auf dieser nächtlichen Elektronik-Reise erstmals Stimmbänder ins Spiel), während Hjelm hauptsächlich mit programmierten Drums, Drum-Loops, Synth-Bass und analogen Synthesizern zur Sache geht. Dabei kommt eine finstere Melange heraus, die wohl den Tod tanzen lassen kann, jedoch auf alle dauergewellten Sonnengemüter wahrscheinlich sehr verstörend wirkt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 52x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Mantra
  • I Feel Like Fire
  • Aftersun
  • Shores
  • Artnam
  • Bonus-Songs:
  • Woods
  • Lights Turn Red

Besetzung:

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