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Legacy Pilots: Camera Obscura – Volume II (Review)

Artist:

Legacy Pilots

Legacy Pilots: Camera Obscura – Volume II
Album:

Camera Obscura – Volume II

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenpressung/Just For Kicks
Spieldauer: 49:36
Erschienen: 05.06.2026
Website: [Link]

Die unmittelbare „Camera Obscura“-Reise der LEGACY PILOTS geht mit diesem zweiten Teil weiter, der sich der komplexeren Rock-Seite der Band um FRANK US widmet, worauf der bereits mit einer guten Viertelstunde Laufzeit mit Abstand längste Song und zugleich Album-Opener für „Camera Obscura – Volume II“ verweist. „The Illusion Of Knowing“ dreht sich zudem um das spannende Thema des Dunning-Kruger-Effekts, der besagt, dass die Selbstüberschätzung des Menschen in unmittelbarer Verhältnismäßigkeit mit dem eigenen (Nicht-)Wissen steht. Also: Umso mehr sich jemand selber überschätzt, umso weniger grundlegendes Wissen besitzt er. Oder wie es ein allseits beliebtes wie altbekanntes feines Sprichwort zum Ausdruck bringt: Große Fresse, doch nichts dahinter!


So entwickelt sich „The Illusion Of Knowing“ über gleich sechs unterschiedlich gehaltene Szenen zu einem epischen Longtrack, der beispielsweise während gewisser Phasen in den „Brave“-Dimensionen von MARILLION zu schweben scheint, denn: „The path is narrow and nothing's clear / The truth is fragile in the face of fear […] Prophets fall when the seekers rise / Reclaiming the truth from the web of lies“.

Die Suche nach der Wahrheit gegen allen Populismus und jegliche Rechthaberei verfolgt einen auf diesem persönlich gehaltenen Album, das zugleich (selbst im von ELP geprägten Instrumental „Fear Pt. Three (Continuation))“ Ängste thematisiert, welche einen befallen, wenn man den Mut besitzt, das, was man ehrlich denkt, auch an- bzw. auszusprechen, bevor einen andere niederbrüllen, die statt zuzuhören immer und überall den Anspruch auf ihre eigene Wahrheit lautstark und hirnlos erheben.


Camera Obscura – Volume II“ lebt im Gegensatz zum ersten Teil von deutlich längeren und komplexeren Instrumental-Passagen, die sich bestens in das textliche Konzept einpassen, das im Falle des letzten gesungenen Stücks auf dem „Camera Obscura“-Zweiteiler am persönlichsten wirkt, da es sich um die Us-Erfahrungen beim Laufen dreht. Frank Us hört währenddessen immer Musik, um seinen Kopf vom 'Gedankenmüll' zu befreien. Eine Art reale wie geistige Lauf-Therapie, die ihm dabei hilft, den ganzen Unsinn um einen herum einfach mal zu vergessen und sich wohlzufühlen: „So I run, I just keep running / It clears my mind / And leave space for dreams // I'm dreaming, yeah I'm dreaming / While running / When I run I find myself“.


Der letzte gesungene Song fällt neben den Klavierpassagen und den sich immer stärker in Richtung Bombast erhebenden Momenten, die mit Streicherflächen und mittelalterlichen Bläsern garniert werden, zugleich durch den beeindruckenden Gesang von FINALLY GEORGE auf. Irgendwie klingt das spätestens nach den folgenden breit gefächerten Orgel-Passagen tatsächlich wie eine 'Frank-Us-Earthband'. Ein starkes Stück dieser Achtminüter, dem dann mit „So Obvious While Obscure“ ein ebenso langes und nahtlos daran anschließendes Instrumental folgt, welches das ehrfürchtige Finale im Grunde beider Teile von „Camera Obscura“ darstellt, bei dem erneut wie beim Album-Opener der STYX-Schlagzeuger Todd Sucherman hinter den Fellen seine ganze Drummer-Größe präsentieren darf.

So folgt dem melodischeren ersten CD-Teil nun der zweite komplexerer und progressiv rockendere, der musikalisch die Nase vorn hat und wahrscheinlich von allen Hörern aus der Prog-Rock-Ecke mehr ans Herz gedrückt werden wird, wobei auch der erste Teil von „Camera Obscura“ bereits einen richtig guten Eindruck hinterlässt.


FAZIT: Und wieder heben die Vermächtnis-Piloten unter dem deutschen Musik-Kapitän FRANK US zu gleich zwei großen Progressive-Rock-Flügen ab, bei denen sie ihre Lochkamera nicht vergessen, um die größtenteils autobiographisch veranlagten Texte ihres alles unter Kontrolle habenden Ober-Piloten Us zu vertonen! Denn die ist hierfür unerlässlich: Weil die LEGACY PILOTS auf dem ersten wie auch diesem zweiten Teil von „Camera Obscura“ genau die musikalischen Kopfbilder für ihre dunklen Traum-Räume anbieten, von denen nach dem deutlich helleren „Camera Obscura – Volume I“ nunmehr „Camera Obscura – Volume II“ den Prog-Musik-Himmel der LEGACY PILOTS komplexer und finsterer erscheinen lässt. Das macht den zweite Teil für die mehr dem klassischen Progressive Rock zugewandten Musikfreunde sicher etwas interessanter und spannender.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 153x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • The Illusion Of Knowing
  • Leave The Prison
  • Hounted House
  • Fear Pt. Three (Continuation)
  • I'm Running (Including „The Extra Mile“)
  • So Obvious While Obscure

Besetzung:

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